Ist das Gras drüben echt grüner?

Oft sind wir hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch zu fliehen, irgendwo weit weg zu ziehen und dort ein ganz neuer Mensch zu werden und der Bequemlichkeit doch da zu bleiben wo es uns doch eigentlich ganz gut geht – unserer pudeligen, gewohnten Komfortzone. Aber eigentlich geht‘s bei diesem dauernd wieder auftauchendem Gedanken garnicht drum geografische Grenzen zu überschreiten. Wir spielen uns viel zu oft vor oder erträumen uns viel zu sehr, dass das die Lösung wäre. Die Lösung zu was eigentlich? 

Ich glaube ein ganz dickes Problem, was nicht nur unsere Gesellschaft, sondern vorallem unsere Generation hat, ist die Unzufriedenheit inmitten unseres Überflusses. Und im Kampf dagegen, denken wir, wir würden uns daraus retten können, wenn wir geografische Grenzen überqueren. Travel hier, Adventure da. Nichts gegen das Reisen. Aber worum geht‘s uns denn eigentlich? Wenn wir mal ganz ehrlich sind, geht‘s doch vielmehr um die Grenzen, die wir uns von Anderen oder auch von uns selber auflegen lassen. Ja, viel zu oft lassen wir uns eingrenzen von den Meinungen anderer, die meistens sowieso eher unsere selbstzweifelnden Gedanken sind, als die eigentlichen Sichtweisen der Anderen. Wir lassen uns von dieser ex- und internen Gedankenwelt so einschränken, dass wir da, wo wir uns eben befinden – im Hier und Jetzt – eben nicht einfach viel mehr wir selbst sind. Mit diesem beschränkten Entfaltungsfreiraum können wir dann eben auch nie volle Zufriedenheit erlangen. Und obwohl wir doch tief drinnen wissen, dass das unser eigentliches Problem ist, stellen wir uns immer wieder vor, diese Freiheit an einem anderen Ort zu finden. 

Im groß Träumen sind wir mittlerweile ganz gut geworden. Von mir kann ich das jedenfalls sagen und ich bin unglaublich dankbar für diese optimistische Lebenslust, die wie genetisch veranlagt in mir brodelt. Aber verpassen wir bei dem ganzen Groß-Träumen vielleicht nicht doch die kleinen Dinge. Die kurzen Begegnugen und gegenwärtigen Momente, die das Leben so besonders machen? Die UNS besonders machen? Die Momente, die wir JETZT erleben und die Menschen, denen wir HIER begegnen. 

Ich glaube, im Kampf gegen unsere da irgendwie lungernde Unzufriedenheit geht es nicht darum, dass der letzte Urlaub schon zu lange her ist. Nein, es geht viel mehr darum im Hier und Jetzt unsere Grenzen – oder eben die der anderen – zu sprengen und einen Schritt zurück in die Freiheit zu wagen, die wir einst als Kinder noch hatten. Während wir wieder sensibler dafür werden sollten, die Menschen um uns herum zu schätzen, sollten wir gleichzeitig mal wagen, ihre Meinungen rebellisch zu ignorieren, wenn uns diese vom Spriessen und Blüten abhalten. 

Mit dem Kurzfilmdrama „Das Grünere Gras“ möchte ich schreien, dass das Gras der Nachbarn eben nicht immer grüner ist. Der Film ist im Grunde eine Art Selbstkritik, Belehrung und Reflexion meines eigenen Lebens. Und damit gleichzeitig an die Generation zu der ich mich zähle. 

Frank, ein sich als „Berufspunk“-nennender Berliner Freund von mir, war und ist meine größte Inspiration dafür, diese Filmidee umzusetzen. Ich glaub er weiss bis heute nicht, wie sehr unsere Begegnung und darauffolgende Freundschaft meine Sicht auf so einige Dinge echt auf den Kopf gestellt hat. Hat er mir Rat gegeben oder gar Moralpredigten gehalten? Nein. Hat er mir neue Dinge gezeigt? Eigentlich auch nicht. Vielleicht hat er mir in seinem Alkoholrausch nicht einmal immer zugehört. Perfekt ist er schon garnicht. Den Leuten unangebrachte Dinge hinterherrufen ist nicht gerade cool. Aber genau darum geht‘s: „unabgebracht“!? Frank hat vorallem eines: Diese Freiheit sich von Meinungen und Blicken, Normen und Vorurteilen nicht einschränken zu lassen. “Unangebracht” gibt‘s bei ihm nicht. Unangepasst viel mehr. 😀 Und so oft ich mir in seiner Gesellschaft schon die Hand vor die Augen schlagen wollte, so oft hat er mir schon gezeigt, wie “Unangepasstheit” viel mehr ein Kampf für die innere Freiheit ist, die doch jeder sucht, und keine Anfechtung gegenüber derer, die sich nicht aus ihrem Vogelkäfig trauen. 

So sehr wie meine Bekanntschaft mit Frank mich verändert hat, so sehr erziele ich meinen Protagonisten sich im Film von ihm verändern zu lassen. Ja, ihr habt richtig gehört. Frank spielt sich selber, während der Rest der Rollen von Schauspielern besetzt wird. Das Drehbuch beinhaltet somit eine Mischung aus Fiktion und Realität, die filmische Umsetzung somit ein Fusion von schauspielerischer Improvisation und riskanter Gegebenheit, die nicht „roher“ sein könnte. 

Ja, genau jetzt ist der Zeitpunkt. Der Zeitpunkt etwas Radikal-Experimentelles zu wagen. Ungewöhnlich und unberechenbar. Für Schauspieler, Crew und Regie. Eine riesige Herausforderung. Und damit genau das, was wir brauchen. Wir, die Generation, die wieder wachgerüttelt werden muss. Das Echtsein wieder lernen muss. Rausgescheuchst werden muss aus den ganzen Schneckenhäusern und verschlossenen Käfigen. 

Nachwort

Der Filmdreh wird im Mai in Berlin stattfinden. Wie ihr wahrscheinlich alle wisst – oder auch nicht –, bleibt einem als Filmstudentin im teuren Salzburg nicht gerade viel Budget für die Umsetzung eines möglichst professionell produzierten Filmes. Gerade durch die Tatsache, dass Frank während der Drehtage nicht an seinem üblichen – wie er so gern sagt – „Schnorrplatz“ verweilen werden kann, wo ihm als mitlerweile äusserst bekannter Genosse so einiges zugesteckt wird – benötige ich umso mehr finanzielle Mittel, ihn und die Crew bei Laune zu halten. 

Für alle, die sich garnicht vorstellen können, was bei so einem Kurzfilmdreh an kosten entstehen, nenne ich euch mal einige Schlagwörter: Crew- und Equipmenttransport (von Österreich nach und innerhalb von Berlin), Unterkünfte, Drehortmiete, Essen vor Ort, Setausstattung…ich glaub ihr bekommt einen Eindruck. 

Falls ein Wunder geschieht und wir Spenden bekommen sollten, die das benötigte Filmbudget übersteigen, wird dieser Betrag Frank und seinem „Blutsbruder“ Addy geschenkt. 

Wenn du bis hierhin gelesen hast, danke ich dir unglaublich tiefherzig für dein Interesse! 

Nachwort II

A whole other story to Frank ist how he had a crazy tough past with spiritually dark encounters and how he actually found Jesus to be his Savior, setting him free from all burdens and failures, disappointments and lack of love. It’s more than a miracle to me to hear and experience such people and their life stories, and again I am beyond astonished, by the power Jesus still has on those who believe in him today! A power of love and mercy, reconciliation and hope! More to that another time! 😉